Was ist Fruktose?

Was ist Fructose?

Fructose/Fruktose (Fruchtzucker) ist ein Monosaccharid und kommt hauptsächlich in drei Formen vor:

  1. als freie Fructose (Früchte, Honig)
  2. als Bestandteil des Disaccharides Saccharose (Haushaltszucker)
  3. in Form von Fruktanen (Polymere der Fructose)

1. Freie Fructose

Fructose kommt in freier Form vorwiegend in Obst, Obstsäften und Honig vor. Als Monosaccharid muss Fruktose vor der Absorption durch die Dünndarmschleimhaut nicht aufgespalten werden, sondern wird über ein Transportsystem gebunden und durch die Änderung seiner Struktur durch die Darmwand geleitet. Dieses Transportsystem scheint jedoch nur eine geringe Kapazität zu haben. Da die Fruktoseabsorptionskapazität limitiert ist, kann auch eine einmalig hohe Fruktosebelastung, z.B. bei einer Mahlzeit, zu Malabsorptionssymptomen führen, ohne dass die Transporterfunktionen dafür gestört sein müssten.

Andere Formen der Einfachzucker (Monosaccharide): Einfachzucker sind, wie der Name schon sagt, die einfachste Zuckerform. Sie bestehen aus einem einzigen Zuckermolekül.

Zu den Einfachzuckern gehören

  • Traubenzucker (Glukose),
  • Fruchtzucker (Fruktose) sowie
  • Schleimzucker (Galaktose).

2. Disaccharide Saccharose

In gebundener Form bildet Fructose gemeinsam mit Glukose das Disaccharid Saccharose (Haushaltszucker). Saccharose ist aus einem Glucose– und einem Fructosemolekül aufgebaut.

Chemisch gesehen bestehen alle Kohlenhydrate (Zucker) aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser. Wissenschaftler unterteilen Kohlenhydrate vor allem danach, wie viele Zuckermoleküle sie enthalten.

Zweifachzucker bestehen aus zwei Einfachzuckermolekülen.

Zu Zweifachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Milchzucker (Laktose): Laktose ist z.B. in Milchprodukten enthalten.
  • Rohr- oder Rübenzucker (Saccharose): Unter Saccharose versteht man den handelsüblichen Haushaltszucker
  • Maltose (Malzzucker): Maltose ist ein Abbauprodukt von Stärke. Malzzucker entsteht beim Keimen von Getreide und ist etwa in Bier, Nudeln oder Kartoffeln enthalten

Das macht zuckerhaltige Produkte für Menschen mit einer stark ausgeprägten Fructoseintoleranz schlecht verträglich. Fructose ist des Weiteren ebenfalls in vielen Fertigprodukten oder Diabetikerprodukten enthalten. Wer gerne Light- oder Diät-Produkte einkauft, sollte wissen, dass in diesen Produkten oft reine Fructose als Süßungsmittel verwendet wird.

3. Fructane

Fruktane sind Oligosaccharide und Polysaccharide der Fruktose und enthalten in ihrer Struktur ein an Fruktosemoleküle gebundenes Glukosemolekül.
Fructane sind nicht süß und kommen überwiegend in Gemüse und Getreide vor. Fructane stimulieren das Wachstum von nützlichen Bakterien (z.B. Bifidobakterien, Laktobazillen) und die Produktion von nützlichen Substanzen im Darm (d.h. sind Präbiotika), und wirken als Antioxidantien. Sie sind auch Teil des Immunsystems der Pflanzen.

Zuckermoleküle können lange Ketten bilden.

Der Chemiker unterscheidet relativ kurzkettige Mehrfachzucker (Oligosaccharide) von den wirklich langkettigen, den so genannten Polysacchariden.

Oligosaccharide

Mehrfachzucker, sind aus mehreren Einfachzuckern aufgebaut. Normalerweise sind Oligosaccharide aus drei bis zehn Monosacchariden aufgebaut. Oligosaccharide kommen z.B. in Pflanzen vor.

Oligosaccharide kommen vor allem in Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen vor. Die typischen Blähungen nach dem Verzehr von Bohnen entstehen durch den Verdauungsprozess.

Mehrfachzucker (Polysaccharide)

Polysaccharide bestehen aus mindestens zehn Einfachzuckermolekülen. Zu Mehrfachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Stärke: Stärke spielt eine große Rolle bei der Energiegewinnung des Körpers. Kohlenhydrate in Form von Stärke sind insbesondere in pflanzlichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Gemüse und Getreide sowie Getreideprodukten wie Brot und Reis enthalten.
  • Dextrine: Diese Mehrfachzucker entstehen bei der Spaltung von Stärke im Rahmen der Verdauung.
  • Glykogen: Glykogen ist die Speicherform des Traubenzuckers (Glukose) im menschlichen Körper. Glykogen entsteht, wenn mehr Traubenzucker im Blut vorhanden ist, als für die Energiegewinnung nötig ist. Der Körper wandelt in dieser Situation Traubenzucker in Glykogen um und speichert dieses in der Leber und in den Muskeln.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe zählen chemisch gesehen ebenfalls zu den Mehrfachzuckern. Sie fördern die Verdauung und können Verstopfung vorbeugen. Ballaststoffe sind meist in den Außenzellwänden bzw. Schalen pflanzlicher Nahrungsmittel enthalten. Vollkornprodukte enthalten viele Ballaststoffe, da ihre Zellwände nicht durch die Weiterverarbeitung nach der Ernte zerstört werden.

Fructane gehören zum Inulin (ein löslicher, prebiotischer Ballaststoff, fördert die gesunde Darmflora) oder Levan Typ( eine Gruppe Polysaccharide die aus Zuckerrohr und Soja gewonne wird).

Da Fruktane im Dünndarm weder aufgespalten noch von Molekülen transportiert werden, gelangen sie in den Darm, wo sie ungehemmt fermentiert werden. Sie tragen so deutlich zu den Symptomen der Fructosemalabsorbtion bei und wirken dabei zusätzlich zur vorhandenen freien Fructose.

Fruktane mit einer Molekülkettenlänge von weniger als 10 werden Frukto-Oligosaccharide (FOS) genannt. FOS werden zunehmend industriell gefertigten Lebensmitteln zugefügt.

FOS und Inulin werden heute in der Nahrungsmittelindustrie aufgrund ihres präbiotischen Effekts Produkten wie beispielsweise Joghurt oder fettreduzierten Lebensmitteln zugesetzt.

Fruktane kommen in großen Mengen in bestimmten Gemüsesorten (z.B. Zwiebeln, Knoblauch) und Getreidesorten wie Weizen, jedoch nur in kleinen Mengen in Hafer, Roggen oder Dinkel vor.

Roggen enthält zwar ebenfalls Fructane, aber längerkettige, die osmotisch nicht so aktiv sind und nicht so schnell fermentiert werden, was vermutlich für die bessere Verträglichkeit von Roggen verantwortlich ist.

Die durchschnittliche Aufnahme von Fructanen liegt nach Berechnungen bei ca. 12g pro Tag. (Ohne Berücksichtigung angereicherter Lebensmittel)

Der überwiegende Anteil der Fruktane in der Ernährung der westlichen Welt stammt aus Weizen, Zwiebeln und einigen Gemüsen wie Lauch, Spargel, Artischocken, Endivien, Chicorée und Radicchio.

Galakto-Oligosaccharide (GOS) sind Kohlenhydratketten mit Galaktosemolekülen und je einem Fruktose- sowie Glukosemolekül. Beispiele hierfür sind Raffinose und Stachyose; sie kommen in Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen oder Borlottibohnen vor.

Wie bei den Fruktanen fehlt dem menschlichen Körper das Enzym für die Spaltung dieser Kohlenhydratketten. Folglich gelangen GOS immer in den Darm, wo sie zu Symptomen führen können. Weil dem Menschen sowohl für die Spaltung von Fruktanen als auch von GOS ein Enzym fehlt, gibt es für diese kurzkettigen Kohlenhydrate keine Testverfahren, um eine eventuell auftretende Unverträglichkeit feststellen zu können.

Die Liste der Lebensmittel und Produkte mit Fructose und Fruktanen ist sehr lang, was es für Menschen mit Fructoseintoleranz schwierig macht, alle Bedürfnisse abzudecken. So sind nicht nur Süßwaren und Obst die Lebensmittel, die sie größten Teils meiden sollten. Auch Gemüse, Weizen und Zuckeralkohole wie Sorbit sind je nach Ausprägung der Intoleranz mit Vorsicht zu genießen.