Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz

Was ist Laktose?

Laktose ist ein Zucker, der in Milch vorkommt und aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff zusammengesetzt ist. Säugetieren dient er als Hauptlieferant für Energie in der Milch. Der Laktoseanteil in bestimmten milchhaltigen Produkten variiert je nach Herstellung. Erzeugnisse, die lange gereift werden, oder durch Molke an Laktose verlieren, haben dementsprechend auch einen niedrigeren Laktosegehalt. So gibt es bestimmte Käsesorten, die nur 0,1-2% Laktose enthalten.

 

Was ist Laktase?

Im Dünndarm wird diese Art von Zucker vom Enzym Laktase verdaut, und zu Glucose und Galactose gespalten. Ist dieses Enzym bei einem Menschen nur vermindert vorhanden, sei es angeboren oder erst mit der Zeit aufgetreten, so kann das zu einer Laktoseunverträglichkeit führen. Normalerweise tritt diese Unverträglichkeit bei jedem Menschen im Verlauf seines Lebens auf, da sich die Produktion des Enzyms im Laufe des Lebens zurückbildet. Jedoch hat sich in Kulturen, die vermehrt in der Milchproduktion tätig sind, sowie auch in Deutschland, eine Mutation entwickelt, durch die Laktase weiterhin produziert wird und Laktose auch im fortgeschrittenen Alter noch gut verdaut werden kann.

 

Was bedeutet es, laktoseintolerant zu sein und wie äußert es sich?

Bei Menschen, die aufgrund mangelnder Laktaseaktivität eine Intoleranz gegenüber Laktose haben, kann der Milchzucker im Dünndarm nicht gespalten werden und gelangt so in den Dickdarm. Dort vergärt die Laktose und es entstehen Methan, Wasserstoff und Laktat (ein Salz in der Milchsäure). Daraus resultieren dann die typischsten Symptome der Unverträglichkeit, Blähungen und Durchfall. Weitere Symptome sind, neben den eben genannten, Magenbeschwerden- und Krämpfe bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.

 

Wie stellt man nun aber fest, ob man laktoseintolerant ist?

Neben Tests, die durch einen Arzt durchgeführt werden, gibt es auch welche, die man selbst durchführen kann. Eine Überweisung zum Gastroenterologen, also ein auf Magen- und Darmbeschwerden spezialisierter Arzt, kann beim Hausarzt eingeholt werden. Dieser Gastroenterologe übernimmt dann Durchführung und Auswertung der Tests. Bei einem positiven Ergebnis kann man bei einer Ernährungsberatung Hilfe suchen, was von den Krankenkassen unterstützt wird. Bei Betroffenen unter 18 übernimmt die Kasse 100% der Kosten, bei Patienten über 18 wird nur ein Teil übernommen. Dieser Beitrag variiert je nach Krankenkasse.

  1. H2-Atemtest

Der bekannteste Test ist der H2-Atemtest. Hierbei muss der Patient auf nüchternem Magen eine Testlösung, bestehend aus in Wasser aufgelöster Laktose, zu sich nehmen. Danach wird mit Hilfe eines Atem-Messgeräts der Wasserstoffanteil in der Ausatemluft in vom Gastroenterologen festgelegten Abständen gemessen. Zuvor wird bereits einmal der H2-Wert auf nüchternem Magen bemessen. Dieser sollte bei 20 ppm (parts per million) liegen. Tut er es nicht, kann das daran liegen, dass der Patient nicht vollständig nüchtern ist. In diesem Fall muss der Test wiederholt werden. Sollte man eine Unverträglichkeit entwickelt haben, hat sich der daraus resultierende Wert aufgrund der Gärung der Laktose im Dickdarm verdoppelt. Der Test nimmt ca. 2-3 Stunden in Anspruch, dennoch sollte man sich den ganzen Tag dafür Zeit nehmen, da bei einem positiven Ergebnis die Symptome einer Laktoseintoleranz heftiger als sonst auftreten können.

  1. Bluttest

Bei einem Bluttest wird der Blutzuckerspiegel gemessen, nachdem der Patient, wie beim H2-Atemtest auch, eine Laktoselösung zu sich nimmt. Wenn die Laktase im Dünndarm die Laktose zu Glucose und Galactose spalten kann, wird der Blutzuckerspiegel steigen und man kann eine Laktoseintoleranz ausschließen. Optional können der Bluttest und der Atemtest auch gleichzeitig durchgeführt werden.

  1. Biopsie

In seltenen Fällen kann zur Untersuchung von Laktoseunverträglichkeit auch eine Biopsie durchgeführt werden. Dabei wird eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm entnommen und zur Untersuchung in ein Labor geschickt.

  1. Selbsttest

Um selbst herauszufinden, ob man an einer Unverträglichkeit erkrankt ist, kann man über einen längeren Zeitraum komplett auf laktosehaltige Produkte verzichten und wenn man in dieser Zeit beschwerdefrei ist, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Intoleranz vor. Dieser Test liefert jedoch keine eindeutigen Ergebnisse, und wird daher eher selten empfohlen.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ein „Heilmittel“ für Laktoseunverträglichkeit gibt es nicht. Betroffene können jedoch mit dem Verzicht bzw. einer Reduzierung von laktosehaltigen Produkten ihre Beschwerden lindern. Dazu kann Hilfe von Ernährungsberatungsstellen eingeholt werden. Zusätzlich können auch Laktasetabletten- oder Kapseln, so wie andere Nahrungsergänzungsmittel helfen. Ihre Wirkung konnte jedoch noch nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Zudem vertragen intolerante Menschen immer noch geringe Mengen an Laktose. Normalerweise können über den Tag verteilt 12-24g Laktose (entspricht 250 bzw. 500 ml Milch) verarbeitet werden, ohne, dass die Symptome einer Unverträglichkeit auftreten.

 

Produkte, die von Natur aus Laktose enthalten:

  • Milch (dazu zählen: Milchmixgetränke, Kakaogetränke, Kondensmilch, Dickmilch, Buttermilch,   Sauermilch)
  • Pudding
  • Milchbreie 
  • Kaffeeweißer
  • Trockenmilch
  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauerrahm
  • Sahne
  • Molke
  • Quark 
  • Käse
  • Käsezubereitungen

Produkte, denen Laktose hinzugefügt wurde:

  • Brot und Backwaren
  • Fertiggerichte und -saucen
  • Fleisch und Wurstwaren
  • Instant- Erzeugnisse
  • Süßwaren (dazu zählen: Eiscreme, Schokolade, Sahne- und Karamellbonbons, süße Riegel, Nougat, Nuss-Nougat-Creme, Pralinen und Weichlakritzwaren)
  • Müslimischungen
  • Margarineprodukte
  • Streichcremes
  • Gewürzmischungen
  • Süßstofftabletten
  • Aromen
  • Verdickungs- und Bindemittel

 

Mittlerweile bieten die meisten Supermärkte für alle Produkte Alternativen an, so dass sich niemand in seiner Ernährung einschränken muss.